Wenn der Sitzplan mehr ist als eine Liste
- Elke Nehring
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Warum Patchworkfamilien bei Hochzeiten besondere Aufmerksamkeit brauchen. Vielleicht sitzt Du gerade vor einem Blatt Papier.
Oder vor einer Tabelle auf Deinem Bildschirm.
Namen. Kästchen. Plätze.
Und je länger Du darauf schaust, desto deutlicher spürst Du: Es geht hier um sehr viel mehr als um Organisation.
Gerade bei Hochzeiten mit Patchworkfamilien ist der Sitzplan kein technisches Detail.
Er berührt Beziehungen, alte Geschichten und unausgesprochene Gefühle.
Wenn Planung plötzlich emotional wird
Getrennte Eltern. Neue Partner. Kinder, die zwischen mehreren Welten stehen.
Menschen, die sich lange nicht gesehen haben.
Oder bewusst aus dem Weg gehen.
Der Sitzplan ist oft der Moment, in dem all das sichtbar wird.
Nicht laut. Aber spürbar.
Viele Paare erschrecken genau hier.
Weil sie merken: Warum fühlt sich das gerade so schwer an?
Der Sitzplan ist kein Neutralraum
Was kaum jemand ausspricht: Ein Sitzplan ist immer ein Statement.
Wer sitzt nah bei Euch.
Wer etwas Abstand bekommt.
Wer zusammengehört.
Und wer nicht.
In Patchworkfamilien bedeutet das keine Bewertung. Es bedeutet Realität.
Und genau hier entsteht Druck
Der Wunsch, niemanden zu verletzen.
Niemanden zu übergehen.
Alles richtig zu machen.
Warum es keine perfekte Lösung gibt
Diese Wahrheit darf ausgesprochen werden:
Es gibt keinen Sitzplan, der alle glücklich macht.
Und das ist kein Scheitern.
Es ist eine Konsequenz komplexer Familienstrukturen.
Harmonie entsteht nicht durch Gleichbehandlung.
Sondern durch bewusste Entscheidungen.
Der Sitzplan darf widerspiegeln, was ist. Nicht, was ideal wäre.
Kinder brauchen keinen Vermittlungsplatz
Besonders sensibel sind Kinder in Patchworkkonstellationen.
Sie werden oft unbewusst zu Verbindungsgliedern gemacht.
Zwischen Eltern.
Zwischen neuen Partnern.
Zwischen Erwartungen.
Doch eine Hochzeit ist nicht der Ort, an dem Kinder vermitteln sollten.
Sie brauchen Sicherheit.
Klare Bezugspersonen.
Und einen Platz, an dem sie einfach Kind sein dürfen.
Was ich immer wieder erlebe
Die größten Spannungen entstehen nicht am Hochzeitstag.
Sondern Wochen vorher. Beim Sitzplan.
Er bringt Themen an die Oberfläche, die lange unter der Oberfläche lagen.
Eine Hochzeit ist kein Reparaturversuch für Familiensysteme. Sie ist der Beginn eines neuen Kapitels für ein Paar.
Eine leise Erlaubnis
Du darfst Entscheidungen treffen, die sich nicht für alle richtig anfühlen.
Du darfst Grenzen setzen.
Auch an einem Tag, der verbinden soll.
Und Du darfst Dir Unterstützung holen, wenn der Sitzplan mehr auslöst als Organisation.
Wenn Du gerade ganz konkret vor Deinem Sitzplan stehst und praktische Gedanken suchst, findest Du hier meinen Artikel mit Tipps aus der Praxis:
Sitzordnung mit Herz – So gelingt der Sitzplan trotz Patchwork-Chaos
hier im Blog







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