Warum Hochzeiten lange vor dem Hochzeitstag beginnen
- Elke Nehring
- 14. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Was Paare am Valentinstag wirklich entscheiden
Der Valentinstag hat jedes Jahr ein erstaunliches Talent: Er lässt Blumenläden überquellen, Restauranttische verschwinden und selbst Menschen ein wenig romantischer wirken, die sonst behaupten, mit diesem ganzen Herzen-und-Rosen-Thema nichts anfangen zu können.
Und doch ist dieser Tag für mich noch etwas anderes.
Denn während draußen Sträuße gebunden und Desserts serviert werden, sitzen irgendwo Paare an Tischen, die vielleicht gar nicht merken, dass sie gerade beginnen, ihre Hochzeit zu planen. Nicht mit Terminlisten. Nicht mit Locations. Sondern mit einem Gespräch. Mit einem Gedanken. Mit einer dieser Fragen, die leise ausgesprochen werden und trotzdem eine erstaunliche Kraft haben: „Wie würdest du dir unseren Tag eigentlich wünschen?“
Ich habe in vielen Jahren Hochzeitsplanung gelernt, dass genau dort Hochzeiten beginnen. Nicht in großen Entscheidungen, sondern in diesen ersten Momenten, in denen zwei Menschen anfangen, sich gemeinsam vorzustellen, wie sich ihr Tag anfühlen soll. Ob groß oder klein. Ob elegant oder ausgelassen. Ob mit hundert Gästen oder ganz im kleinen Kreis. Diese Gespräche sind oft der eigentliche Anfang.
Und manchmal entstehen sie genau an Tagen wie dem Valentinstag.
Nicht, weil dieser Tag magisch wäre, sondern weil er uns kurz innehalten lässt. Weil wir uns Zeit füreinander nehmen. Weil wir für einen Moment nicht durch Termine, To-do-Listen oder den Alltag bestimmt werden, sondern uns gegenseitig zuhören. In diesen Momenten entstehen Entscheidungen, die viel länger wirken als jedes Geschenk.
Ich erinnere mich an ein Paar, das mir einmal erzählte, dass ihre gesamte Hochzeit an einem Valentinstagabend begonnen hat. Sie hatten keine Planung im Kopf, kein Datum, keine Vorstellung. Nur ein Gespräch darüber, dass sie sich eine Feier wünschen, bei der ihre Gäste sich genauso wohlfühlen wie bei ihren gemeinsamen Abenden mit Freunden. Aus diesem einen Gedanken entwickelte sich später ein Fest, das genau diese Atmosphäre getragen hat. Nicht spektakulär inszeniert, sondern voller Wärme, Begegnungen und dieser besonderen Stimmung, die man nicht bestellen kann, sondern nur entstehen lassen.
Vielleicht ist das die schönste Erinnerung daran, was Valentinstag wirklich sein kann. Nicht nur ein Anlass für Blumen, sondern ein kleiner Moment, in dem wir uns fragen dürfen, wie wir unser gemeinsames Leben gestalten möchten. Eine Gelegenheit, Wünsche auszusprechen, die im Alltag oft keinen Platz finden. Und vielleicht auch der Beginn einer Reise, die irgendwann in einem Hochzeitstag sichtbar wird.
Wenn du heute also mit deinem Lieblingsmenschen zusammensitzt, dann geht es vielleicht gar nicht darum, ob ihr schon mitten in der Planung steckt oder noch keinen einzigen Gedanken daran verschwendet habt. Vielleicht reicht es, euch gegenseitig zuzuhören und euch zu fragen, was euch wirklich wichtig ist. Alles andere entwickelt sich oft Schritt für Schritt.
Viele Gedanken, die aus solchen Gesprächen entstehen, begleite ich auch in meinen Büchern, in denen ich meine Erfahrungen aus vielen Jahren Hochzeitsplanung weitergebe. Nicht als starre Vorgaben, sondern als Inspiration für Entscheidungen, die sich wirklich nach euch anfühlen dürfen. Denn Hochzeiten beginnen selten an dem Tag, an dem sie stattfinden. Sie beginnen in Gesprächen wie diesen.
Und vielleicht ist genau heute ein schöner Moment, um eines davon zu beginnen.












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