Gastgebersein ist eine Entscheidung
- Elke Nehring
- 28. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Jan.
Und manchmal ist ein Fest auch nur eine Bühne
„Also… was machen wir als Erstes?“
„Das Essen“, sagt jemand sofort. „Das ist doch das Wichtigste.“
„Nein“, wirft eine andere Stimme ein, „die Musik. Wenn die Stimmung nicht stimmt, hilft auch das Menü nicht.“
Ein kurzes Durcheinander.
„Und die Drinks müssen gut sein“, sagt jemand. „Sonst fühlt es sich nicht nach Feier an.“
Ich höre einen Moment zu.
Dann frage ich:
„Und Eure Gäste?“
Stille.
„Was ist mit ihnen?“, kommt es zurück.
„Was sollen sie spüren, wenn sie durch die Tür kommen?“
Wieder ein Moment.
Dann sagt jemand ganz anders, als vorher:
„Dass sie nicht nur da sind…“
Eine zweite Stimme wird weicher:
„Dass man sich auf sie gefreut hat.“
Und plötzlich ist alles klar.
Gastgebersein beginnt nicht bei Menü und Musik. Es beginnt bei der Richtung des Blickes.
Zwei Arten, ein Fest zu denken
Es gibt Feste, die wirken wie eine Einladung.
Und es gibt Feste, die wirken wie eine Bühne.
Der Unterschied ist nicht das Budget. Nicht die Blumen. Nicht die Location.
Der Unterschied ist eine einzige Frage:
Denke ich bei allem zuerst an mich? Oder denke ich an die Menschen, die ich eingeladen habe?
Die Bühne fragt: Was wollen wir?
„Wir hätten gern etwas Besonderes.“
„Was genau?“
„Etwas, das Eindruck macht.“
„Und für wen?“
„Na… für uns. Es ist schließlich unser Abend.“
Das ist menschlich. Das ist verständlich.
Aber hier beginnt oft das Problem:
Wenn ein Fest nur noch um „ich“ und „wir“ kreist, werden Gäste schnell zu Kulisse.
Sie sind da.
Aber sie sind nicht gemeint.
Der Gastgeber fragt: Was brauchen die anderen?
Ein Gastgeber denkt anders.
„Wo sitzt die Oma?“
„Nicht am Rand.“
„Gibt es jemanden, der keinen Alkohol trinkt?“
„Dann braucht es eine Alternative, die genauso schön ist.“
„Wer kommt allein?“
„Dann darf der Platz nicht verloren wirken.“
Das sind keine großen Gesten.
Das ist Aufmerksamkeit.
Und genau daraus entsteht die Atmosphäre, die bleibt.
Ein Fest kippt nicht durch einen Fehler
Es kippt durch eine Richtung.
Nicht ausgesprochen, aber spürbar.
Wenn der Abend sich anfühlt wie ein Programm.
Wenn Gäste nur „dabei“ sind.
Wenn alles perfekt ist, aber niemand sich aufgehoben fühlt.
„War es schön?“, fragt man dann später.
Und die Antwort ist höflich:
„Ja… total.“
Aber irgendetwas fehlt.
Gastgebersein ist keine Dekoration
Es ist eine Entscheidung.
Ein Gastgeber fragt nicht:
„Wie wirke ich?“
Sondern:
„Wie fühlt es sich für die anderen an?“
„Haben sie ihren Platz?“
„Können sie ankommen?“
„Sind sie Teil davon?“
Denn Gäste sind keine Statisten.
Sie sind der Grund, warum man feiert.
Was bleibt, liegt fast immer dazwischen
Viele glauben, das Besondere entsteht im Highlight.
Im Feuerwerk. Im Auftritt. Im Moment, über den alle sprechen.
Aber was bleibt, liegt fast immer dazwischen.
„Ich wusste, wo ich hingehöre.“
„Man hat an mich gedacht.“
„Es war nicht nur schön. Es war offen.“
Das sind die Sätze, die ein Gastgeber schenkt.
Genau darum geht es auch in meinen Büchern
In Wedding dein großer Survival Guide, meinem Premiumprodukt, geht es nicht nur um Planung und Struktur.
Es geht um Orientierung. Um Erfahrung. Um all die Dinge, die man nicht auf Pinterest findet, aber die einen Abend tragen.
In Wedding Glow geht es um Inspiration und um die Entscheidungen, die aus einer Hochzeit nicht nur ein Fest machen, sondern ein Gefühl.
Und in meinem neuen Buch, das gerade entsteht, Nach dem Fest, werde ich noch stärker erzählen, was bleibt, wenn alles vorbei ist.
Wenn die Musik verklungen ist. Wenn die Kerzen gelöscht sind.
Dann bleibt nur eins:
Ob man wirklich eingeladen war.
Vielleicht ist das die schönste Definition:
Ein Fest kann eine Bühne sein.
Aber ein Gastgeber macht daraus eine Einladung.
Er denkt nicht zuerst an Wirkung. Sondern an Menschen.
An den Moment, in dem jemand ankommt und spürt: Hier bin ich nicht einfach dabei.Hier bin ich gemeint.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied, der bleibt, wenn alles vorbei ist:
Nicht, was gezeigt wurde. Sondern, was geschenkt wurde.










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